Luftfahrthindernisdaten für Luftfahrthindernisse gem. §85 Abs. 1 und Abs. 2 Z1 LFG

Der hier dargestellte Prozess zur ADQ-gerechten Auflieferung von Luftfahrthindernisdaten gilt nur noch bis 31.08.2021.
Ab 01.09.2021 gilt für die ADQ-gerechte Auflieferung von Luftfahrthindernisdaten ausschließlich das LFG § 96b (Zentrales Luftfahrthindernisregister). Von der Austro Control GmbH werden daher keine ADQ-Auflagen mehr zur Auflieferung von Luftfahrthindernisdaten verlautbart werden.

Bei der Auflieferung von Luftfahrthindernisdaten für Luftfahrthindernisse gem. §85 Abs. 1 und Abs. 2 Z1 LFG müssen die folgenden Vorgaben erfüllt sein, um der in Österreich gültigen Umsetzung der Verordnung (EU) Nr. 73/2010 („ADQ-Verordnung“) zu genügen:

 

  1. Zur Erfüllung des Artikels 6 Abs. 3 der Verordnung (EU) Nr. 73/2010 ist von jedem Datengenerierer (insbesondere Ziviltechniker, Vermessungsbüros, betroffene Flugplatzbetreiber) die aktuelle Version der ADQ Compliance Checklist (siehe Download-Bereich) auszufüllen und unterschrieben an die am Deckblatt der ADQ Compliance Checklist angegebene Adresse zu senden.
     
  2. Die zuständige Behörde hat sicherzustellen, dass das Luftfahrthindernisformular der Austro Control GmbH (siehe Download-Bereich) bereits in der Planungsphase der Errichtung eines Luftfahrthindernisses oder vor einer beabsichtigten Änderung eines bereits bestehenden Luftfahrthindernisses auszufüllen ist. Es stehen hierfür folgende Möglichkeiten zur Verfügung:
    • Das ausgefüllte Formular wird schon im Rahmen der Antragstellung an die zuständige Behörde übermittelt;
    • der Antragsteller wird per Bescheidauflage zur Befüllung des Formulars innerhalb einer Frist von maximal 2 Wochen verpflichtet;
    • die Behörde befüllt das Formular.

    Es ist hierfür die aktuelle Version des Formulars, welches der letztgültigen Datenproduktspezifikation für Luftfahrthindernisse in Österreich entspricht (siehe Download-Bereich), heranzuziehen.

    1. Zur Lieferung vollständiger Luftfahrthindernisdaten gemäß ICAO Annex 15 und Verordnung (EU) Nr. 73/2010 sind zumindest alle gelb unterlegten Pflichtfelder des Luftfahrthindernisformulars zu befüllen. Die Anzahl der Pflichtfelder variiert vom festgesetzten Hindernisstatus und bei Fertigstellung des Luftfahrthindernisses auch von der angegebenen Hindernisdefinition gemäß LFG.
       
    2. Das Luftfahrthindernisformular ist in einem „ZIP“-Format elektronisch an die zuständige Behörde (via E-Mail) zu übertragen.
       
    3. Nach jeder Übermittlung des Luftfahrthindernisformulars sind von der zuständigen Behörde alle gelb unterlegten Pflichtfelder betreffend behördliche Informationen (z.B. „Hindernisdefinition gemäß Luftfahrtgesetz“, „behördl. Prüfung der Hindernisdaten“) nachzutragen.
       
    4. Im Falle langlebiger Luftfahrthindernisse1 hat die zuständige Behörde das Luftfahrthindernisformular mit vollständig ausgefüllten Pflichtfeldern mittels der weborientierten Auflieferungsplattform „PLX“ (https://plx.austrocontrol.at) an Austro Control GmbH in folgender Form aufzuliefern:
      • Ein PLX-Antrag ist gemäß der „PLX-Guideline für Antragsteller und Bearbeiter“ (siehe Download-Bereich) zu erstellen.
      • Alle aufzuliefernden Informationen (mindestens das Luftfahrthindernisformular sowie der entsprechende Bescheid) sind in einer einzelnen „ZIP“-Datei zu verpacken.
      • Die „ZIP“-Datei ist im PLX-Antrag gemäß der „PLX-Guideline für Antragsteller und Bearbeiter“ hochzuladen.
      • Der PLX-Antrag ist vollständig mit allen für Austro Control GmbH nötigen Informationen gemäß der „PLX-Guideline für Antragsteller und Bearbeiter“ zu übermitteln („Submit“-Button klicken).
         
    5. Im Falle temporärer Luftfahrthindernisse2 hat die zuständige Behörde das Formular „NOTAM-Antrag für ein temporäres Luftfahrthindernis“ mit vollständig ausgefüllten Pflichtfeldern sowie den entsprechenden Bescheid in einer einzelnen „ZIP“-Datei per E-Mail an die E-Mail-Adresse der Austro Control GmbH aufzuliefern..
       
    6. Die zuständige Behörde hat sicherzustellen, dass der Antragsteller zur Meldung von Änderungen betreffend den Status des Luftfahrthindernisses (Neuerrichtung begonnen, Neuerrichtung beendet, Änderung geplant, Änderung begonnen, Änderung beendet, Abriss geplant, Abriss begonnen, Abriss beendet) an die Behörde verpflichtet ist. Eine Beendigung der Neuerrichtung oder Änderung liegt erst vor, wenn sämtliche das Luftfahrthindernis betreffende Bescheidauflagen erfüllt worden sind. Erst die Meldung der Stati „Neuerrichtung begonnen“ und „Änderung begonnen“ führt zur luftfahrtüblichen Kundmachung der betroffenen Luftfahrtinformationen durch Austro Control GmbH. Mit der Meldung des Status „Abriss beendet“ werden die betroffenen Informationen des Luftfahrthindernisses aus dem Luftfahrthandbuch entfernt.

       

      Eine Statusänderung sollte vom Antragsteller gemäß der Vorgehensweise in Absatz (4) mit einer entsprechenden Adaptierung des Luftfahrthindernisformulars an die Behörde gemeldet werden.

      Die gemeldete Statusänderung ist von der Behörde gemäß Absatz (6) (für langlebige Luftfahrthindernisse) bzw. Absatz (7) (für temporäre Luftfahrthindernisse) an Austro Control GmbH zu übermitteln.
       

    7. Insbesondere hat die zuständige Behörde sicherzustellen, dass der Antragsteller bei Fertigstellung des Luftfahrthindernisses nach Erfüllung aller Bescheidauflagen die Koordinaten und Höhen des Luftfahrthindernisses durch einen geeigneten Datengenerierer (z.B. Ziviltechniker) geodätisch vermessen lässt. Der Datengenerierer hat das Luftfahrthindernisformular zu adaptieren, indem er die vermessenen Koordinaten und Höhen sowie die dazugehörigen Messgenauigkeiten eingibt.

      Das adaptierte Luftfahrthindernisformular ist an die zuständige Behörde gemäß Absatz (4) zu übermitteln.
       

      Dieses ist in weiterer Folge gemäß Absatz (6) (für langlebige Luftfahrthindernisse) bzw. Absatz (7) (für temporäre Luftfahrthindernisse) an Austro Control GmbH zu übermitteln.
       

    8. Die zuständige Behörde hat sicherzustellen, dass der Antragsteller zur Meldung aller von der Bewilligung abweichenden Änderungen am Luftfahrthindernis an die Behörde verpflichtet wird. Diese Meldung sollte gemäß der Vorgehensweise in Absatz (4) durch entsprechende Adaptierung des Luftfahrthindernisformulars erfolgen.

     

    1 Langlebige Luftfahrthindernisse sind jene, die mindestens drei Monate bestehen und somit im Luftfahrthandbuch Österreich verlautbart werden.

    2 Temporäre Luftfahrthindernisse sind jene, die nicht länger als drei Monate bestehen und deren Informationen per NOTAM ausgegeben werden.

     

    Für Anfragen zum Prozess der Auflieferung von Luftfahrthindernisdaten wenden Sie sich bitte an folgende E-Mail-Adresse: