FAQ - Sprachkompetenz 

 

Grundsätzlich gibt es in Österreich kein Verfahren und auch keine Möglichkeit, ein Language Proficiency Level in einer anderen Sprache als Deutsch und Englisch für einen gültigen Lizenzeintrag festzustellen und einzutragen (kein zugelassenes Testverfahren, keine autorisierten Examiner etc.). Übernommen werden können bestehende LP Einträge eines muttersprachlichen Level 6 (Biografischer Nachweis und Lizenzeintrag Level 6) bei einer Validierung oder Umschreibung auf eine EASA-Lizenz für alle Sprachen.

Der Eintrag des LP Levels in die Lizenz hat nichts mit der Gültigkeit der Lizenz an sich zu tun. Je nach erreichtem LP Level ist der Eintrag der Sprachkompetenz 

4 Jahre, 6 Jahre oder unbefristet gültig und muss in diesen Abständen nach Absolvierung einer neu vorgeschriebenen LP Prüfung vorgenommen werden.

Die auf der ACG Homepage publizierte Liste der in Österreich akzeptierten Prüfverfahren führt alle Language Proficiency Test an, deren positive Zertifikate (Level 4, 5 und 6) für einen Lizenzeintrag herangezogen werden können.

Ein EASA-weites Abkommen der gegenseitigen Anerkennung von in einem EASA-Mitgliedsstaat und durch die jeweilige Behörde genehmigten Prüfverfahrens ist in Ausarbeitung.

In Weiterführung von Punkt 2 der FAQs steht die Harmonisierung der EASA Mitgliedsländer als auch die Harmonisierung der ICAO Mitgliedsländer in ihren teils sehr unterschiedlich entwickelten und oft auch von den ICAO-Guidelines abweichenden Prüfverfahren im Vordergrund. Dies soll in näherer Zukunft auch die gegenseitige Anerkennung von Language Proficiency Lizenzeinträgen und Prüfungszertifikaten erleichtern.

Eine Herausforderung der nächsten Monate ist die immer noch nötige Aufklärungsarbeit zum verpflichtenden Sprachkompetenzeintrag für alle Inhaber von Zivilluftfahrerscheinen gemäß Teil-FCL als auch von Bewerbern um solche Zivilluftfahrerscheine, die am Sprechfunkverkehr im Flugfunkdienst teilnehmen und damit die mit ihren Lizenzen verbundenen Rechte und Berechtigungen ausüben möchte.

Informationen und Änderungen betreffend das Language Proficiency Verfahren werden auf der ACG Homepage und im ONFL veröffentlicht. Zusätzlich werden alle LABs (Language Assessment Bodies), LPEs und LPLEs seitens der ACG per Email über Änderungen informiert.

Die Veröffentlichung des neuen Language Proficiency Verfahrens (ZPH FCL 7 und ZPH FCL 8) und eine Zusammenfassung der dadurch in Kraft tretenden Änderungen ist auf der Seite Sprachkompetenz zu finden.

Für Fragen steht die ACG Stelle Sprachkompetenz gerne persönlich zur Verfügung.

Auch die mit dem Inkrafttreten der ZPHs FCL 7 und 8 verbundene Verlagerung des Prüfungswesens in LABs (Language Assessment Bodies) erlaubt berechtigten LPEs und LPLEs eine über weite Teile unabhängige Prüfungsgestaltung. Termine und Orte für Prüfungen können weiterhin direkt zwischen Kandidaten und LPEs vereinbart werden.

Die verpflichtende Zweitbewertung durch den LPLE erfolgt online (remote, also von einem beliebigen Platz aus), sofern das verantwortliche LAB keine anderen Voraussetzungen schafft (z.B. Interview durch den LPLE). Die örtliche Nähe des LPEs/LPLEs zu seinem verantwortlichen LAB ist nicht zwingend nötig, vorausgesetzt es kann eine sinngemäße Aufsichtsführung durch das LAB garantiert werden. Standardisierungsmaßnahmen wie Rater Trainings für LPEs/LPLEs werden jedoch direkt am LAB vorgenommen, sofern das zuständige LAB eine Genehmigung für die Durchführung dieses Trainings besitzt.

Lizenzeinträge bei Ersteintragungen sind ausschließlich von der Abteilung Lizenzierung in der ACG vorzunehmen. Etwaige andere Einträge besitzen keine Gültigkeit. 

Verlängerungen der Gültigkeit der Sprachkompetenz (bei gleichbleibendem Level) können neben der Möglichkeit der Eintragung durch die Behörde auch mittels Handeintrag auf der Rückseite der Lizenz durch den Language Proficiency Examiner (nur durch LPE, die zusätzlich eine Examinerberechtigung innehaben, wie z.B. FE, CRE, TRE, SFE) erfolgen.

Empfehlung: Da der Handeintrag zur Verlängerung der Sprachbefähigung nicht in allen EU-Mitgliedsstaaten gleichermaßen umgesetzt wird und es bei einem Ramp Check gegebenenfalls zu Irritationen kommen kann, empfehlen wir Piloten des internationalen Luftverkehrs, die Verlängerung durch die Behörde vornehmen zu lassen.

ICAO fordert Folgendes: „Both ICAO phraseology AND plain language are required for safe radiotelephony communications“. Das Hauptaugenmerk bei der Sprachkompetenzprüfung liegt bei der Ausweitung der Kompetenz und Überprüfung über die reine Standardphraseologie hinaus hin zur Kompetenz der „plain language“ („the spontaneous, creative and non-coded use of a given natural language“, also die englische Gemeinsprache abseits der aeronautischen Standardphraseologie).

Als LPE dürfen Sie selbstverständlich auch ausländische Staatsbürger prüfen. Allerdings besteht keine Garantie, dass die ausländische Behörde die Sprachkompetenzprüfung anerkennt und den in Österreich erworbenen Level in die ausländische Lizenz übernimmt und einträgt. Ein Abkommen zwischen einigen EASA-Mitgliedstaaten ist derzeit in Ausarbeitung.