Mi 29.03.2017

Drohnen – Perspektiven und Herausforderungen

Auf Einladung des Österreichischen Luftfahrtverbandes und von Austro Control wurde am 29.3.das Thema „Drohnen - Perspektiven und Herausforderungen“ von einer hochrangigen Expertenrunde diskutiert.
Im Rahmen einer Experten-Runde wurde am 29. März auf Einladung des Österreichischen Luftfahrtverbandes und von Austro Control das Thema „Drohnen - Perspektiven und Herausforderungen“ von einer hochrangigen Expertenrunde diskutiert.

In seiner Begrüßung hob Mario Rehulka, Präsident des Luftfahrtverbandes, die wachsende Bedeutung dieser neuen Luftfahrzeugkategorie hervor und verwies auf drohnenbasierte Zustell-Systeme, die neue Transportwege ermöglichen und ein Lösungsansatz für „die letzte Meile“ sein können. „Das Potenzial von Drohnen für ihre zivile, auch kommerzielle Nutzung wächst mit dem technischen Fortschritt und damit steigt der Bedarf an einem zukunftstauglichen Rechtsrahmen, der so wie die Drohnen selbst nicht zwingend an Landesgrenzen Halt macht“, so Mario Rehulka einleitend.
 
Austro Control CEO Heinz Sommerbauer betonte die zentrale Rolle von Austro Control als zuständiger Behörde: „Wir bewegen uns hier in einem Spannungsfeld zwischen Spaßbremse und Verantwortungslosigkeit - bis jetzt haben wir das sehr gut hinbekommen. Austro Control setzt das österreichische Regulativ um, der Einsatz dieser Geräte für verschiedenste Einsatzzwecke wird ermöglicht, allerdings sorgen behördliche Auflagen dafür, dass diese Luftfahrzeuge sicher unterwegs sind und niemanden gefährden. Das österreichische Regulativ hat sich bewährt, und es ist daher kein Zufall, dass man sich auf europäischer Ebene unseren Ansatz zum Vorbild für eine gesamteuropäische Lösung genommen hat“.

Hannes Hecher, CEO Schiebel, erläuterte im Anschluss die möglichen Einsatzgebiete für größere Drohnen. Das Unternehmen zählt in diesem Bereich zu den Weltmarktführern und stellt Geräte für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke her.
Im vergangenen Jahr feierte die Firma Schiebel das 10. Jubiläum der Erstauslieferung ihres unbemannten Hubschraubers CAMCOPTER® S-100. Seitdem wird die fliegende Plattform von zahlreichen bedeutenden Kunden auf der ganzen Welt eingesetzt, wodurch es das Unternehmen mittlerweile bis an die Spitze des Unbemannten-Helikopter-Weltmarktes geschafft hat. Damit Schiebel diese Position auch in Zukunft behaupten kann, will man die Einsatzmöglichkeiten des S-100 erweitern und das zivile Geschäft weiter ausbauen. Hierzu bedarf es der Zertifizierung des unbemannten Luftfahrzeuges durch die European Aviation Safety Agency (EASA).
 
„Ganz im Sinne unserer Firmenphilosophie, bei der Innovation und Pioniergeist seit jeher groß geschrieben werden, stehen wir seit einiger Zeit in intensivem Austausch mit der EASA. Unser erklärtes Ziel ist es, die weltweit erste zivile Zulassung für ein unbemanntes Luftfahrzeug zu erreichen“, erklärt Schiebel CEO, Hannes Hecher.

Für Manfred Mohr, IATA Assistant Director Europe, stehen vor allem mögliche Auswirkungen auf die kommerzielle Luftfahrt im Mittelpunkt: „Die Zahl der Drohnen-Sichtungen durch Airlinepiloten während der Anflugphase ist 2016 deutlich angestiegen. Hier gilt es auf europäischer Ebene ein entsprechendes Regulativ zu schaffen, um die Sicherheit in der Luftfahrt nicht zu beeinträchtigen“. Mittelfristiges Ziel muss sein, eine vernünftige Koexistenz zwischen bemannter und unbemannter Luftfahrt zu erreichen. IATA ist hier in enger Abstimmung mit EASA, Eurocontrol und ICAO sowie den wichtigsten Stakeholdern, um Drohnen sicher in den europäischen Luftraum zu integrieren.

Franz Graser, Leiter der Abteilung Licensing, Search and Rescue and Aeromedical Section (LSA) bei Austro Control, erläuterte das derzeit gültige österreichische Regulativ und stellte europäische Bestrebungen zur Entwicklung eines europaweit einheitlichen Regelwerks vor. In Europa orientiert man sich wie in Österreich an einem risikobasiertem Ansatz, dabei sollen künftig drei Kategorien mit unterschiedlichen Sicherheitsanforderungen, im Verhältnis zum Risiko, definiert werden.

Insgesamt waren sich die Experten bei der Veranstaltung des Österreichischen Luftfahrtverbandes und von Austro Control einig, dass in diesem neuen Bereich erhebliches Potential steckt, man jedoch mit vernünftigen Rahmenbedingungen ein geordnetes Wachstum erreichen muss. Eine europaweit einheitliche Regelung würde hier einiges erleichtern und auch langfristig einen sinnvollen und sicheren Einsatz dieser neuen Technologie ermöglichen.